„Ich bin wieder hier, in meinem Revier…“
Ein Lied von Westernhagen beschreibt das Ende meiner Reise.
Ich bin zurück in Berlin, zurück in meiner Wohnung, zurück in der Realität. Erst unterwegs habe ich sehr schmerzhaft gelernt, wie sehr mir diese Reise bedeutet und wie wichtig es ist,
seinem Alltag mal für eine gewisse Zeit den Rücken zu kehren und neue Dinge kennen zu lernen und neue Erfahrungen zu machen. Ich habe eine Menge sehr netter Menschen getroffen, von denen ich einige auch sicher wiedersehen werde. Ich habe
wahnsinnig viel gesehen, was sehr toll war, mir aber auch die Chance genommen hat, längere
Abschnitte mit Leuten zusammen zu reisen. Bei meiner nächsten Tour werde ich das anders machen. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist die Tatsache, dass ich mit der Hälfte meiner
Klamotten ausgekommen wäre. Hinterher ist man immer schlauer…
Das Reisen alleine hat mir überhaupt nichts ausgemacht, im Gegenteil. Die Flexibilität und die Notwendigkeit, auf Leute zuzugehen, waren nur vorteilhaft. Natürlich ist es schön, wenn man Erlebnisse mit jemandem unmittelbar teilen kann. Aber man kann eine solche Reise auch alleine geniessen, wie Ihr, verehrte Leser, ja auch anhand meiner Fotos und Reiseberichte lesen konntet.
Dies war erst der Anfang. Die Lust zum Reisen, auch zum Backpacken, ist ungebremst. Das nächste Ziel habe ich schon vor Augen, dafür muss aber erstmal ein wenig gearbeitet werden!
Vielen Dank für all Eure Emails und Kommentare auf dieser Seite! Ich habe mich über
jede/n einzelne/n sehr gefreut.
Bis bald, Euer Christian
Central, Hong Kong Island
Central, Hong Kong IslandOriginally uploaded by chris.clarus.
Hong Kong
Kulturschock – das trifft es relativ gut. Nach mehr als zwei Monaten in Ländern, die eindeutlich westlicher Prägung sind, ist Hong Kong ganz anders. Eine riesige Stadt mit rund 7,5 Mio. Einwohnern und Hochhäusern, so weit das Auge reicht. Ich habe so etwas erwartet, dennoch waren die ersten Eindrücke frappierend. Zum einen ist die Stadt derart voll und laut (das war ich aus Australien und Neuseeland nicht gewöhnt…), zum anderen stellt sich so langsam auch die Gewissheit ein, dass meine Reise so langsam zu Ende geht.
In Hong Kong habe ich sehr komfortabel gewohnt. Philip, der mich 5 Tage lang in seinem
Appartment in Mid-Levels (Central, Hong Kong Island) beherbergte und mich in ein paar Geheimnisse der Stadt einweihte, arbeitet für eine große deutsche Firma in Hong
Kong. Somit kam ich in den Luxus von Internet, einem gepflegten Bad und einer sauberen
Wohnung. Doch nicht nur das - es war schön, nach doch einiger Zeit wieder ein bekanntes
Gesicht zu sehen und eine persönliche Unterhaltung zu führen.
Ich habe versucht, mir einen guten Überblick zu verschaffen, bin durch den Central Business
District gelaufen, habe die Fähre nach Kowloon genommen, habe dort Märkte und Museen
besucht und habe die berühmte Zahnradbahn auf den “Peak“ genommen, von wo man aus
einen phantastischen Ausblick auf die Stadt und den Hafen hat. Für einen Tag bin ich dann
mit einem chinesischen Touristenvisum nach Shenzhen gefahren, um dort einzukaufen, was
sich echt gelohnt hat. Dank Philip wußte ich um die Preise und konnte somit feilschen wie auf
einem Basar, was richtig Laune gemacht hat.
Nachmittags und abends haben Philip und ich dann die verschiedenen regionalen Spezialitäten
in Form von Restaurants getestet. Wir waren indisch, japanisch, chinesisch, thai, malayisch
und was weiß ich noch essen, was in Hong Kong zu Kampfpreisen hervorragend geht. Die nächtliche Skyline haben wir ebenso wenig ausgelassen wie den Besuch beim traditionellen Pferderennen, wo wir uns vom Wettfieber haben anstecken lassen haben. Ich habe sogar gewonnen und konnte zumindest unser Bier, den Eintritt und all unsere Wetteinsätze wieder rausholen…
Die Tage in Hong Kong waren sehr schön, gefüllt mit beindruckenden Momentaufnahmen der
Stadt und mit vielen Unterhaltungen und Gesprächen, die ich in der Art lange nicht geführt habe.
An dieser Stelle gebührt Dir, Philip, nochmals ein ganz großes Dankeschön!
Dank der sensationellen Infrastruktur konnte ich mein Gepäck dann direkt im Stadtzentrum
einchecken, bevor ich mit diesen sehr modernen U-Bahnen und Zügen,
in denen ich ausnahmslos alle um mindestens einen Kopf Körperlänge überragte, zurück zu
einem Flughafen mit überraschend kurzen Laufwegen gefahren bin.
Der Rückflug war dank zweier unaufhörlich heulender Kleinkinder ein Riesenspaß, insbesondere
weil er 13 Stunden gedauert hat. In London war ich sie aber zum Glück dann los…

